Chateau Le Boscq 1995, St.Estèphe

Keine Reifezeichen in der Farbe, immer noch tief rot. Leicht alkoholische Nase, Cognac-Noten, gekochte Banane. Im Mund etwas \“staubig\“ mit Lorbeer, dann schwarzer Tee und im Gegensatz zur letzten Degustation vor etwa 12Monaten keine überpräsente Säure mehr.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 28/10/06
Fazit: Macht Spaß, aber ich würde doch etwas mehr erwarten, aber ich wiederhole in meiner Bordeaux-Kritik…15,5/20

Domaine de Molines, Cabernet Sauvignon 1998, VdP d`Oc

Mal wieder ein Wein aus meinem Experimentierregal, wo ich einzelne Weine über ihre erwartete Lebensdauer hinaus aufbewahre. Auf der Flasche stand 2-3 Jahre lagerfähig. Umso größer war die Überraschung, als der Wein wunderbar reif, mit typischen französischen Cabernet-Noten (anders als in seiner Jugend, in der er eher wie ein überzüchteter, fruchtiger Kalifornien-Cabernet schmeckte), angenehmen Tanninen und relativ lang war. Er kostetet im Jahr 2000 DM 10,90!!!

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 1/11/06
Fazit: Wir hatten dieses Weingut aus der Nähe von Nîmes lange im Programm, doch nachdem mit dem Jahrgang 1998 der Sohn (der u.a. in Amerika das Weinmachen gelernt hatte) die Führung übernommen hatte, änderte sich der Stil in Richtung fruchtbetont und Neue-Welt-Weine und wir trennten uns von der Domaine. Allerdings hat dieser Wein mich doch sehr positiv überrascht. 15,5/20

Chateau Tour Haut-Caussan 1995, AOC Médoc

Nachdem die letzte Flasche (etwa vor einem Jahr getrunken) völlig verbogen schmeckte, war ich gespannt.
Traumhafte Nase nach Tannen, Unterholz und Amarenakirsche, leichte Marzipan-Anklänge. Im Mund schöne dunkle Frucht und dichte, immer noch recht jugendliche, hochklassige Tannine. Auch in der Farbe keine Alterungszeichen…

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 17/10/06
Fazit: 17/20 und Alterungspoential bis 2010.

Chateau Cabrières 2000, AOC Languedoc

Sauber gemachter reiner Syrah-Wein von Schieferböden. Pflaumige, tiefe Frucht, etwas Süßholz, Vanille und Barriquenoten.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 7/10/2006
Fazit: Schöner Wein! Allerdings vermisse ich die Eigenständigkeit, die die Jahrgänge 1997 und 1998 so unverwechselbar gemacht haben.
16/20

Domaine des Trois Pierres, 2003, AOC Costières de Nîmes

Markante, rotbeerige Frucht, schöne Garrigue-Kräuter-Noten, kräftige, noch etwas jugendliche Tannine.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 10/10/06
Fazit: Für mich klar der beste und kompromissloseste Wein der Cave coopérative in Jonquières-St.Vincent. Wie immer ein Spätzünder, der sich in etwa 6-10Monaten voll entfaltet haben wird.
15/20

Chateau Prieuré-Lichine, 1995, Margaux

Bukett? Schwach nach Lakritz und Cassis. Im Mund wenig Frucht und deutliche Säure-Dominanz. Allein die Tannine gefallen.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 13/8/06
Fazit: Ich hatte doch einige Erwartungen, denn ich freue mich immer wieder darauf, einen hochwertigen Bordeaux zu trinken und immerhin ist dieser auch noch ein renommierter cru classé-Wein. Aber wieder war die Enttäuschung groß!
Ich habe dann auch noch in René Gabriel´s Buch \“Bordeaux total\“ dessen Bewertung mit 17/20 Punkten und einer Haltbarkeit bis 2010 gelesen und fühlte mich einmal mehr in meiner Überzeugung bestätigt, daß 95% aller Bordeaux-Weine deutlich überschätzt werden, sowohl was QUALITÄT als auch was LAGERFÄHIGKEIT angeht! Ich hatte meine größten Weinerlebnisse mit Bordeaux-Weinen. Aber auch meine größten Enttäuschungen (und davon leider viele)!
Dieser Wein ist gerade noch 13,5/20 wert.

Montus, 1996, Madiran

Explosives Bukett mit tollen Fruchtaromen. Im Mund dann unerwartet schlank mit einer etwas zu deutlichen Säure. Am Gaumen sehr schöne Tanninstruktur.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: September 2006
Fazit: Sehr interessant, aber keinesfalls ein einfach zu verstehender Wein. 16/20

Chateau Mont-Pérat 1998, 1ère côte de Bordeaux

Barrique-Nase, dann Veilchen, Brombeerkonfitüre, Butter, Oliven. Im Mund Tabak, deutliche Barrique-Röstnoten, viel Wärme und schöne Frucht.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: September 2006
Fazit: Schöner Wein, allerdings zu viel neues Holz, das (zur Zeit noch!?) dominant ist. 16/20

Chateau Beauregard, 1994, AOC Pomerol

Nase: Apfel, Orangenschalen, dichte Brombeermarmelade, Quitten, etwas erdige Räuchernoten. Im Mund helle, nicht sehr dichte Fruchtaromen, Marzipan, wiederum rauchige Töne; leider insgesamt vom Tannin dominiert (der Höhepunkt ist deutlich vorbei).
Interessant ist in diesem Zusammenhang die 1995 erstellte Degu-Notiz des Bordeaux-Kenners René Gabriel; ich zitiere:“…offenes, schön ausladendes Brombeerenbouquet. Saftiger, charmanter Gaumen; rollende Gerbstoffe, klar akzentuierte Frucht, guter Rückhalt.
Dieser Beauregard beweist einmal mehr, dass man auf diesem Weingut gewillt ist, einen großen Pomerol herzustellen. Trinkreife: 1999-2009, Bewertung: 17/20“

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 5/8/06
Fazit: Ich glaube, hier ist einmal mehr die Alterungsfähigkeit eines Weins weit überschätzt worden. Meiner Meinung nach geht es bei diesem Beauregerad seit etwa 2003 bergab. Bekommt mit viel gutem Willen noch 15,5/20.