Mas du Pountil, Gourmandise, 2007, AOC Languedoc

Auch 2007 kann man im Languedoc Weine machen, die nicht nur schwer und füllig sind! Unglaublich Terroir-geprägt (siehe vorherige Notiz) mit einer gewissen Kühle und einer leichten Restkohlensäure. Erinnert mich stark an den Domaine du Caillou (Chateunoeuf du Pape) 1998. Saftig, tintig und lang.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 9/3/2010
Fazit: Klasse! 16/20

Mas du Pountil, 2005, AOC Languedoc

Mit jedem Jahrgang legen die beiden sympatischen Jungwinzer Angéla und Brice Bautou "ein kleines bisschen drauf"! Inzwischen gehen sie mit ihren Rebstöcken bzw. mit den Trauben so um, dass sie das Terroir derart verinnerlichen, wie man es nur von ganz großen Weinen kennt. Dieser zeigt Oliven, Wacholder, Lorbeer und Mokka im Bukett, im Mund sehr saftig, etwas Leder und Waldboden, Blaubeere, Kräuter. Sehr lang.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 5/3/2010
Fazit: Eigenständig und von großer Klasse! 17/20

Vinisud 2010

Dies ist ein kleiner Kurzbericht von der diesjährigen Vinisud in Montpellier. Wir haben ca. 160 Weine verkostet und interessante neue Erzeuger entdeckt, sowie einige alte bekannte und natürlich haben wir auch die Winzer aus unserem Sortiment besucht. Sehr begeistert haben uns folgende Erzeuger: Le clos de fées (Roussillon), Mas Foulaquier (Pic St.Loup), Domaine Conquêtes (!), Grès-Saint-Paul (vor allem Libertine, Antonin und Syrhus), Domaine Bourdic, Les Collines du Bourdic (Muscat sec).
Weitere interessante Neu-/Wiederentdeckungen waren: Chartreuse de Mougères, Domaine de Nizas.

Insgesamt haben wir festgestellt, dass viele Winzer mit dem Hitze-geprägten Jahrgang 2007 große Probleme hatten. Es gibt viele "überreife" Weine, die schwer und fett sind und leider oft ohne Eleganz. Extreme, positive Gegenbeispiele stellen hier die Domaine Bourdic (Zappa, Grenache) und vor allem Grès-Saint-Paul (Romanis, Antonin) dar.

Anfang Juni werden dann die neuen Paletten bei uns eintreffen.

Notiz-Autor: Jens Lueck, Kai Ritter
Degustationsdatum: 22.-24.2.2010
Fazit: Insgesamt waren es 3 anstrengende, aber sehr aufschlussreiche Tage.

Grès-Saint-Paul, Antonin, 2001, AOC Languedoc

Sehr elegantes Bukett mit Edelholz, Brombeere und balsamischen Noten. Im Mund wiederum elegant mit einer gewissen Frische, die dem Wein am Gaumen viel Saft und Struktur gibt. Tolle, seidige Frucht. Ganz große Klasse.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 27/2/2010
Fazit: Ich habe dem Wein lange unterstellt, er sei zu "modern" und "mondän" vinifiziert worden. Jetzt muss ich mich korrigieren und ein großes Kompliment aussprechen. 18/20

Grès-Saint-Paul, Antonin, 2000, AOC Languedoc

Riecht sehr reif (aber nicht überreif) mit Rumtopf-Aromen und Kräutern. Im Mund noch recht körperreich und einigermaßen ausgewogen. Legte im Aluf des Abends sogar noch leicht zu!

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 27/2/2010
Fazit: Ist etwas über sein Zenith hinweg, aber macht durchaus noch Spaß. 15/20

Grès-Saint-Paul, Antonin, 1999, AOC Languedoc

Riecht nach roter Marmelade mit leicht himbeerigem Touch. Im Mund wieder, wie beim 98er, erst ein angenehm fruchtiger, wenn auch zu leichter Eindruck, dann wieder Leere, der sehr rauchige, bittere Aromen folgen.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 27/2/2010
Fazit: Macht keinen Spaß mehr, es sei denn, man riecht nur an dem Wein. 12/20

Grès-Saint-Paul, Antonin, 1998, AOC Languedoc

Im Zuge einer Querverkostung verschiedener Jahrgänge probiert. Die Nase ist immer noch leicht Barrique-geprägt mit Vanillenoten, dahinter Garrigue-Aromen und schwarze Früchte. Im Mund ist der erste Eindruck schön, wenn auch nicht mehr sonderlich körperreich, danach entsteht aber ein seltsam hohler Eindruck, dem eine leichte Bitternote folgt. Der Wein bleibt allerdings noch einige Stunden stabil und zerfällt nicht völlig.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 27/2/2010
Fazit: Seine besten Tage sind doch schon eine Weile her…..13/20

Chateau Pradeaux, 2003, AOC Bandol

Ein höchst seltsamer Wein! Helle, recht klare Farbe – fast wie ein sehr alter Wein. Im Mund geht`s dann entsprechend weiter: Dünn, ohne jegliche Frucht, starke Rauchnoten, leichte Bitternoten.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 6/2/2010
Fazit: Soll das der berühmte Pradeaux sein? Ich habe bisher 3 Jahrgänge dieses Weingutes getrunken: 1989: genial, 1999 grauenhaft, 2003….leider dem 1999er ebenbürtig….13/20.

Domaine Bourdic, Zappa, 2007 Vin de pays des côtes de Thongue

Sehr saftig und frisch, leichtfüßig, Tabak, schwarze Kirsche, schwarze Teeblätter, geröstete Mandeln und ganz leichte Apfel-Anklänge.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 1/2/2010
Fazit: Für mich zusammen mit Grès Saint Paul – Romanis und Domergue – Espérance einer der besten Stahltankweine überhaupt und in diesem Preissegment sowieso! 16/20