Les Collines du Bourdic, Vendanges rousses, 2000, VdP d`Oc

Bei Freunden zu einer karamellisierten Entenleber geöffnet (dieser Wein ist eine Spätlese mit 3%nicht vergorenem Alkohol=Zucker). Ich hatte zuerst den Jahrgang nicht genau gesehen (glaubte, dass es sich um einen 2006er handelt) und war dann ziemlich perplex ob des Geschmackseindruckes. Schon in der Nase deutete sich an, dass der Wein lange über den Höhepunkt weg ist. Eher stockige Aromen, die an einen alten Champagner erinnern, der seit 2 Tagen offen ist. Im Mund kaum mehr Süße sondern eher Riesling-ähnliche Säure, prickelnd und wieder stockig.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 3/10/08
Fazit: Schade! Allerdings hätte ich auch nicht gedacht, dass der Wein schon so deutlich verloren hat. 12/20

Domaine des Trois Pierres, 2006, AOC Costières de Nimes

Wie immer ein Spätzünder. Auch jetzt braucht er mindestens 2 Stunden Luft. Dann entfaltet sich eine wunderbare, breite Aromatik von Lakritz über Brombeere bis hin zu Tabak. Schöne Fülle und Länge, sehr seidig.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 25/9/2009
Fazit: Für mich ein ganz großer unter den günstigen Weinen. Ich würde selbst dann die Nase nicht rümpfen, wenn ich 10Euro für den Wein bezahlt hätte. 16/20

Mas Pountil, Gourmandise, 2004, AOC Languedoc

Die Farbe zeigt Reifetöne mit deutlichem Wasserrand. Im Bukett findet man Leder, Waldboden, Datteln, Pflaume. Im Mund erstaunlicherweise Restkohlensäure (an die ich mich nicht erinnere!) und deutlich animalische Noten, stark Carignan-geprägt und sehr interessant. Nach ein paar Stunden Luft entwickelt sich eine fette, sonnige Frucht, die animalischen Aromen sind nur noch zu erahnen und der Wein ist sehr saftig mit reifen Tanninen.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 23/9/2008
Fazit: Schade, dass dies die letzte Flasche war! 16/20

Chateau Gruaud-Larose, 2001, AOC St.Julien

Die Nase ist traumhaft (Gänsehaut!): Tiefe, tintige Noten, balsamische Aromen, Blaubeere, Röst- und Tabaknoten. Dann im Mund der Schock: Fast brutale, bissige Säure, wieder blaubeerige unharmonische Frucht, indifferente Tannine. Nach zwei Stunden Luft minimal besser.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 13/9/2008
Fazit: Bin sehr zwiespältig und habe wenig Einschätzung für die zukünftige Entwicklung des Weins. Ich baue mal auf die Bewertung von René Gabriel (19/20), denn ich habe noch fünf Flaschen im Keller. Ich habe den Wein blind gekauft auf der Basis alter, mir bekannter Jahrgänge und immerhin ist der Gruaud ein sogenannter Super-Deuxième! Die nächste Flasche werde ich frühestens in einem Jahr öffnen, denn zur Zeit nur 15,5/20.

Domaine Bourdic, Le Puech, 2004, VdP Cotes de Thongues

Deutliche Röstnoten, Vanille, schwarze Beeren, Rumtopf. Konsequent gemacht. Der einzige Wein der Domaine, der in amerikanischen Barrique ausgebaut wird.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 11/9/2008
Fazit: Fans von Australiern oder einigen Spaniern kommen hier sicherlich auf ihre Kosten. Objektiv: 16,5/20 ; subjekt: 15,5/20

Mas Pountil, 2004, AOC Languedoc

Ein toller Wein. Sehr, sehr eigenständig mit animalischen Noten, kräftiger schwarzer Frucht, sehr saftigen Tanninen und viel Fülle und Länge. Gänsehaut!

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 8/9/2008
Fazit: Respekt! 18/20

Grès Saint Paul, Antonin, 2005, AOC Languedoc

 

Da mir dieses Weingut schon allein der Freundschaft zu Jean-Philippe Servière und seiner Fau Marie-Josèphe wegen sehr am Herzen liegt, war ich regelrecht erleichtert als ich nach dem ersten Schluck sehr begeistert war. Ich hatte mit Jean-Philippe viel über die Jahrgänge 03/04 diskutiert, die mir persönlich zu gefällig und charakterlos waren. Jean-Philippe gab mir durch die Blume immer wieder begrenzt Recht, erwiderte jedoch, dass eben diese Cuvée vor allem in den Jahren 03 und 04 das Weingut "finanziert" hat und somit die Produktion der anderen Cuvées (vor allem Syrhus und Romanis), die viel eigenständiger sind, ermöglicht hat. Trotzdem hat mich das Gefühl nicht losgelassen, dass hinsichtlich des Antonin "noch etwas geht". Ich liebte die Jahrgänge 1998-2002 (vor allem 98, 00 und 02) und war immer auf der Suche nach diesem Antonin. Der 2005er ist anders, aber er hat Gesicht. Schöne balsamische Noten, schwarze Oliven, Karamell, viel Schmelz und ein schönes Finale mit saftigen Tanninen.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 30/8/2008
Fazit: Gefällt mir sehr und ich bin gespannt, wie die Entwicklung weitergeht! 16,5/20

Les Collines du Bourdic, Prestige, 1998, VdP d`Oc

Die Erwartungen waren niedrig, denn, ehrlich gesagt, ging ich davon aus, daß der Wein "durch" ist. Umso angenehmer waren die Eindrücke! Keine Spur von dominierender Säure. Eher zuviel Süße und abgeschmolzene Tannine mit einem leicht malzigen Finale.

Notiz-Autor: Jens Lueck
Degustationsdatum: 25/8/2008
Fazit: Nette Überraschung! 15,5/20